Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder

Das Schramlhaus mit dem Wolfsteiner Heimatmuseum

Treten Sie ein in das älteste bäuerliche Anwesen der Stadt
Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder
Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder
Heimatmuseum Bauernhaus Geschichte Tradition Hinterglasbilder

1872 fielen in Freyung die Kirche und 42 Anwesen dem großen Marktbrand zum Opfer. Das Schramlhaus überstand den Brand aufgrund seiner freien Lage unbeschadet und ist daher wichtiger Zeuge einer vergangenen Zeit. Es wurde um 1700 erbaut und nach seinen letzten Eigentümern, Maria und Otto Schraml benannt.

Der Vierseithof besteht aus dem breit angelegten Wohnhaus, einem Stall, einem Stadl und der Remise im Osten. In früheren Zeiten wurde eine Schreinerei und eine Landwirtschaft im Schramlhaus betrieben.

Neben dem Einblick in die historische Bau- und Lebensweise sind auch eine Miniatur-Modellausstellung mit funktionsfähigen Modellen und eine beeindruckende Sammlung von Hinterglasbildern zu bewundern.

Im Garten des Schramlhauses gibt es den Themenweg "Leben und Handwerk am Goldenen Steig". Entlang des Weges wurden sieben Thementafeln aufgestellt, die über den Salzhandel, das Schmiedehandwerk, die Gasthäuser und die Bedeutung des Handelswegs für Freyung informieren. Der Garten lädt auch zur Rast und Erholung ein.

Die besondere Atmosphäre des Schramlhauses wird auch zum Heiraten und für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Schauen Sie doch einmal in unseren Veranstaltungskalender!

Folgende Veranstltungshighlights sollten Sie 2016 auf keinen Fall verpassen:

Sonntag, 22.05.2016, 13 bis 17 Uhr - Internationaler Museumstag
Zum Internationalen Museumstag, lädt die Stadt Freyung - Touristinformation/Kurverwaltung - von 13 bis 17 Uhr ein.
Das Wolfsteiner Heimatmuseum präsentiert
"Handwerk - Texte - Liedgut"
PROGRAMM
 
 
13.30 Uhr
Kreisheimatpfleger Gerhard Ruhland liest in der guten Stube Texte zum Thema "Handwerk" (Freyunger Zünfte und Tuchscheren) und Raimund Pauli geht auf eine volksmusikalische Reise mit regionalen Spiel- und Liedgut.
 
14.30 Uhr
Goldhauben-Frauen aus dem Landkreis Freyung-Grafenau begrüßen die Besucher. Sigrun Harant referiert in der Trachtenabteilung über geschichtliche Details der "Goldhaube" und das filigrane Handwerk.
In Anlehnung an die Tradition der letzten Besitzer des Schramlhauses, die eine Schreinerei betrieben, stellt Georg Maier nach alter Tradition ein Wagner-Fenster mit Säge und Stemmeisen her.
 
Ab 16.00 Uhr
Durch das Haus führt Max Raab und erzählt über das Leben und Arbeiten der ehemaligen Bewohner.
 
Eintritt frei! Spenden erbeten!
Mittwoch, 15.06.2016, 19.00 Uhr – „Das etwas andere“ Z’sammkemma im Hof des Schramlhaus
"D‘ Sturmberger Feiertagsmusi" aus Passau mit Raimund Pauli und Kreisheimatpfleger Gerhard Ruhland
Genre: Märsche, Boarische, Polkas, Walzer, Zwiefache, Tiroler Kirchtagsmusik, Balkan, Klezmer, Tango, Pasodoble, Choro

Samstag, 17.09.2016, 18.30 Uhr – Z’sammkemma und Z‘sammsinga
„Literarisches und Musikalisches“ mit den Kreisheimatpflegern Karl-Heinz Reimeier, Gerhard Ruhland und Raimund Pauli mit der Harmonika

Donnerstag, 15.12.2016, 19.00 Uhr – Besinnliches Z’sammkemma
Musik – Gesang – Literatur – Weihnacht mit Kindern, Kreisheimatpfleger Gerhard Ruhland und Raimund Pauli, Harmonika

Es ergeht auch dazu herzliche Einladung.
Eintritt frei; Spenden erbeten!
Kontakt
Schramlhaus mit Wolfsteiner Heimatmuseum
Abteistraße 8
94078 Freyung
Telefon: +49 (0)8551 588150
Fax: +49 (0)8551 588290
Zu den Öffnungszeiten erreichen Sie das Museum auch unter der Telefonnummer +49 (0)8551 1276 (Museumskasse).
Anfahrt
Das Schramlhaus finden Sie direkt im Stadtzentrum. Nehmen Sie das Gasthaus "Passauer Hof" als Ausgangspunkt und folgen Sie von dort der abfallenden Abteistraße. Nach ca. 100 Metern haben Sie das Schramlhaus erreicht. Sie können sich auch am Maibaum orientieren, der ist direkt vorm Schramlhaus aufgestellt.
Öffnungszeiten
  • 15. Dezember bis 14. Mai: Dienstag, Donnerstag und Samstag von 13.00 bis 16.00 Uhr
  • 15. Mai bis 31. Oktober: Dienstag, Donnerstag und Samstag 13.00 bis 17.00 Uhr
  • 01. November bis 14. Dezember: geschlossen
Sonderöffnungen und Führungen für Gruppen nach Voranmeldung.
Preise

Der Eintritt in das Schramlhaus mit dem Wolfsteiner Heimatmuseum ist frei.

Führungen im Schramlhaus (ca. 1 Stunde) kosten 20,00 Euro pro Gruppe.

Die Abteilungen des Museums

Abteilung Heimat- und Stadtgeschichte

In der Abteilung wird man anschaulich und prägnant in die Rodungs- und Siedlungsgeschichte des Wolfsteiner Landes, das damals "Abteiland" war, eingeführt. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Zeit unter der Herrschaft der Passauer Fürstbischöfe ("Unter dem Krummstab lässt sich´s gut leben", war in besten Zeiten die Devise!) sowie die Blütezeit des Salzhandels zwischen Passau und Böhmen. Wer letzteres Thema weiter vertiefen möchte, dem sei der Besuch des Spezialmuseums hierzu, das "Goldener Steig"-Museum in Waldkirchen, empfohlen. Auch auf das Glashüttenwesen im Bereich des ehemaligen Wolfsteiner Landes wird anhand von Dokumenten und originalen Glaserzeugnissen hingewiesen.

Abteilung Bäuerliche Wohnkultur, Tracht und bäuerliche Kleidung, landwirtschaftliches Gerät und altes Handwerk

Sehr eindrucksvoll wird im Schramlhaus die bäuerliche Wohnkultur, vornehmlich des 18. und 19. Jahrhunderts vermittelt. Wer die "Schöne Stube" mit Eckbank, "Fürbank", Tisch und Stuhl für den Hausherrn, geschmackvoll bemalten (und Lebensfreude ausstrahlenden) Schränken und Truhen sowie allerlei originellen "Accessoires", wie dem mundgeblasenen "Hygrometer", dem "Hong" (zur Nachrichtenübermittlung) und dem "Suppenbrunzer" (Heilig-Geist-Kugel über dem Stubentisch) betritt, der wird den Vorfahren, die hier Freud und Leid teilten, ein ausgeprägtes Gefühl für Stil und Behaglichkeit nicht absprechen können. Die "schöne Stube" im Obergeschoß beherbergt Textilien, Stickereien, Gold- und Zunderhauben, Festtags- und Werktagstracht und Kleidung aus Freyung und der Region. Im Haus, Stall und Stadl sind landwirtschaftliche Geräte und Maschinen in vielfältiger Art zu finden. Zudem wird der Museumsbesucher mit noch funktionstüchtigem Arbeitsgerät der Holzhauer, Zimmerer und Schreiner oder so speziellen Tätigkeiten wie der von Besenbindern, Holzschuhmachern oder Fassbindern und einer komplett eingerichteten Schusterwerkstatt vertraut gemacht.

Abteilung Sakrale Volkskunst

Einen ebenso interessanten wie repräsentativen Querschnitt aus dem Bereich "Religiöse Volkskunst" bietet das Heimatmuseum. Die Palette reicht von Votivgaben über Fatschenkindln, Kastenkrippen, Waffen-Christi-Kreuzen bis zu zwei eindrucksvollen gefassten Holzplastiken von "Christus auf der Rast" (1736) sowie dem Hl. Sebastian (den man der Werkstätte der berühmen Bildhauerdynastie der Schwanthaler zuschreibt).

Abteilung Hinterglasbilder

Von besonders herausragender Bedeutung in der Sparte "Sakrale Volkskunst" ist im Schramlhaus zweifellos der Bestand (über hundert) an original erhaltenen Exemplaren von Hinterglasmalerei. Es handelt sich dabei um wertvolle Zeugnisse aus der Hochkonjunktur der "Schulen" Raimundsreut, Sandl (Mühlviertel) sowie Buchers und Außergefild (Böhmen). Diese sehr beachtenswerte Sammlung wird mit Zier- und Gebrauchsgläsern (darunter auch "Katzen- oder Bauernsilber") aus heimischer, damals noch sehr individueller Herstellung bereichert.

Die Geschichte des Schramlhauses

Das Schramlhaus

Das Schramlhaus, so benannt nach den letzten Besitzern "Schraml", erbaut um 1700, ist heute das älteste bäuerliche Anwesen in Freyung, in seiner Ursprünglichkeit eines der ältesten im ganzen Landkreis Freyung-Grafenau.
Die Vierseitanlage bilden das breit angelagerte Wohnhaus mit prächtigen Maßverhältnissen im Norden, der Stall im Westen, der nur durch einen Gang getrennte Stadl im Süden und die Remise mit Hühnerstall und Abtritt im Osten.
Das Haupthaus, mit Ausnahme des Erdgeschosses, das in Steinmauerwerk (zum Teil Feld- zum Teil Bruchsteine) mit Lehmmörtel errichtet ist, besteht aus handgebeizten, in den Ecken verzapften Balkenlagern (Blockbauweise). Die Nordwestecke (z.T. Wetterseite) wurde wohl im 19. Jahrhundert durch Ziegelmauerwerk im Obergeschoß ersetzt. Die Giebelseiten sind im Dachgeschoß verbrettert (im Süden zudem verschindelt). Das Steildach mit Halbwalm war auch ursprünglich mit Holzschindeln gedeckt. Interessant noch der rundbogige Zugang und die kielbogige Schrottüre.

Die ehemalige Nutzung

Im Erdgeschoß die Wohnstube mit Kammer (Stübl); in der Wohnstube schwarze Holzbalkendecke und stichbogige breite Wandnischen. Die Holzbalkendecke in der Kammer wurde bei den Renovierungsarbeiten wieder freigelegt (zuletzt verrohrte Decke mit Putz).
Krautkammer mit Nebenraum, von dem eine Treppe in den steingewölbten Keller führt. In beiden Räumen lehmgeschlagener Fußboden.
Im Anschluß an die Krautkammer die Schreinerei mit überdimensionierter Türe und Fenstern (aus praktischen Gründen).
Den Mittelpunkt bildet der Rauchfang ("deutscher Kamin") mit Rauchkuchl (auch Rußkuchl genannt), die zum Kartoffelsieden, Futter herrichten, aber auch als Waschküche diente. Daneben die Kesselkuchl, die vom Ofen der Wohnstube aus befeuert wurde.
Die Fletz (breiter Gang) ist mit Granitplatten ausgelegt.
Im Obergeschoß die "schöne Stube", der Vorratsraum (auch über eine Treppe von der Kammer aus erreichbar) mit Brotrahmen, die Getreidekammer und einen später eingebauten (gemauerten) Wohnraum. Im Gang des Obergeschosses dominiert der mächtige Rauchfang, wo die Eisentüre zur Selche (Räucherkammer) zu sehen ist.
Der Dachraum, wiederum in zwei "Böden" unterteilt, imponiert durch seinen stehenden Zimmermannsdachstuhl; die riesige aufgestelzte Getreideschütte (Schrein) steht wieder am alten Standort.

Der Umgriff

Der Umgriff entspricht den hergebrachten bäuerlichen "Gepflogenheiten": Obstgarten im Süden und Osten mit alten Sorten und Stauden (hauptsächlich Hollunder), sowie einem kleinen Bauerngarten.
An der Ostseite des Hauses ist in Feldsteinmauerwerk ein 18 m tiefer Brunnen zu besichtigen.
Der auf das Granitmauerwerk aufgesetzte Hanichlzaun zwischen Abteistraße und Schramlgrundstück (Hanichl sind gespaltene Fichten- oder Tannenstangen) entspricht auch heute wieder den überlieferten Belegen.

Die Eigentümer

In der "Häuser-Chronik von Alt-Freyung", verfasst von Rektor Nikolaus Madl, ist folgender Eintrag zu finden:

"Haus mit realter Tischlergerechtsame"

  • 1801 Eichhorn Michael
  • 23.05.1801 Eichhorn Jakob und Maria, Übernahme
  • 09.10.1852 Eichhorn Jakob jun., Übernahme
  • 19.07.1878 Eichhorn Therese, Erbteilung
  • 29.05.1879 Schraml Franz und Theres, letzt. geb. Eichhorn, Gütergemeinschaft
  • Schraml Otto, geb. 01.11.1891, gest. 06.01.1962

Otto Schraml betrieb bis zu seinem Tode zusammen mit seiner Ehefrau Maria, geb. Pimiskern, die Landwirtschaft.
Dass das Schramlhaus 1872 dem großen Marktbrand nicht zum Opfer fiel (damals wurden 42 Anwesen und die Kirche eingeäschert), verdankt es vornehmlich seiner freien Lage.

Kauf und Renovierung

Der Zahn der Zeit und die Not zweier Weltkriege nagten an der ohnehin schon angegriffenen Substanz. Die letzte Eigentümerin, die Ehefrau des Otto Schraml, Maria Schraml, geb. Pimiskern, verst. am 11.03.1977, musste wegen des schlechten Bauzustandes bereits Anfang der siebziger Jahre ihre Wohnung im Schramlhaus aufgeben. Mehrere Jahre stand dann das Anwesen leer, bis es am 23. September 1977 von der Stadt Freyung unter dem damaligen 1. Bürgermeister Otto Fink von der Erbengemeinschaft Pimiskern erworben wurde. Noch im selben Jahr wurde Herr Dipl.Ing. H.E. Wörlen, Passau, mit der Planung und Bauleitung der Renovierungsarbeiten beauftragt. Bereits am 28.04.1978 kamen von dort die Planunterlagen und im Sommer 1978 begann die Renovierung. Von Herrn Konservator Dipl.Ing. Dr. Matthias Ueblacker (Bayer. Landesamt für Denkmalpflege) wurden die Arbeiten ständig begutachtet und von Kreisheimatpfleger Hanns Gruber begleitet. Der zwischenzeitlich ins Amt gewählte 1. Bürgermeister der Kreisstadt, Fritz Wimmer, nahm sich persönlich sehr um dieses Projekt an.
Es war wohl ein glücklicher Umstand, dass die Handwerker - sowohl die der Firmen als auch die der Stadt - ein hohes Maß an Können und Einfühlungsvermögen zeigten, die die gewachsene Harmonie dieses bäuerlichen Baudenkmals und damit seine Ursprünglichkeit in vollem Umfange wieder herstellten. Wer heute z.B. die ostseitige Blockwand betrachtet, kann feststellen, dass sie zur Hälfte von den Zimmerleuten ausgewechselt werden musste.

Die jetzige Nutzung

Zunächst war die Zweckbestimmung des Schramlhauses offen, bis von den Kreisheimatpflegern Peter Dellefant und Hanns Gruber der Vorschlag kam, das Wolfsteiner Heimatmuseum, das im Schloss Wolfstein untergebracht war, in das Schramlhaus zu verlegen. Nach anfänglichem Zweifel stimmten schließlich auf Antrag der Stadt Freyung Herr Landrat Franz Schumertl , die Mitglieder des Kreisausschusses und des Kreistages und der Heimatkundliche Arbeitskreis dieser Absicht zu.
Weil verschiedene Restaurierungsprobleme (so z.B. bei den Trachten) auftauchten und - bedingt durch die Gliederung der Räumlichkeiten - Situierung und Präsentierung des Ausstellungsgutes (1100 Exponate und Exponatengruppen) andere museale Gesichtspunkte erforderten, war die Übergabe des Schramlhauses nach zweijähriger Renovierungsarbeit an die Öffentlichkeit am 20.06.1980 und die Verlegung bzw. die Eröffnung des Wolfsteiner Heimatmuseums nicht identisch. Sie erfolgte im Herbst 1980.
Es ist gerechtfertigt, das Schramlhaus als "Stadtmuseum" zu bezeichnen, denn es ist in der Tat - denkmalpflegerisch gesehen - eines der wenigen Bauernhaus-Museen, das nicht transferiert, sondern an Ort und Stelle erhalten wurde.
Neben den Schwerpunkten eines "didaktischen Museums" (Lehr- und Lernmuseum) wurde die frühere "Wohnstube" so eingerichtet, dass sie für heimatpflegerische und volkskundliche Veranstaltungen genutzt werden kann; auch der Innenhof der Vierseitanlage bietet sich dazu an.

Heute kann in der Wohnstube auch geheiratet werden.