Mia san Gartenschau!

Freyung erhält Zuschlag für die Gartenschau 2022

Freyung hat den Zuschlag bekommen im Jahre 2022 die Gartenschau auszurichten. „Für Freyung und die gesamte Region ist das eine tolle Nachricht. Die Stadt bekommt einen großen städtebaulichen Impuls – und der Bayerische Wald insgesamt die Chance, sich als hoch attraktiver Raum für Urlaubsgäste und Bevölkerung noch bekannter zu machen“, freut sich der Freyunger Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich.

Am Donnerstag, den 16. Februar hatte ein 19-köpfiges Gremium die Bewerberstadt Freyung besucht und sich einen Eindruck über das eingereichte Konzept sowie über die für die Gartenschau vorgesehenen Flächen verschafft. Im Rahmen dieser Begehung bereitete die Freyunger Bevölkerung dem Beratergremium einen herzlichen und musikalischen Empfang. „Mia san Gartenschau“ hallte es über den Freyunger Stadtplatz. Die Freyunger sollten Recht behalten.

Am 03. März erhielt die Stadtspitze die erfreuliche Nachricht, dass 2022 die Gartenschau auf dem Freyunger „Geyersberg“ stattfinden wird. Freyung setzte sich damit gegen die Städte Bad Reichenhall und Tirschenreuth durch.

Rückblick

Der Landschaftsarchitekt Axel Lohrer (lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh) hat 2015 für den Freyunger Stadtteil Geyersberg den freiräumlichen Masterplan „Höhenpark“ entworfen. Der Masterplan des Landschaftsarchitekten wurde vom Freyunger Stadtrat einstimmig genehmigt. In diesem Zusammenhang entstand die Idee, sich für die Gartenschau „Natur in der Stadt“ zu bewerben. Noch im Jahre 2015 reisten Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich, Vertreter des Freyunger Stadtrates sowie der Stadtverwaltung und Josef Simeth, Grundstückseigentümer am Geyersberg, zur Gartenschau „Natur in Alzenau 2015“ und holten sich zahlreiche Inspirationen und Informationen über die kleine Landesgartenschau.

2016 stand im Zeichen der Verfeinerung des Masterplans durch den Landschaftsarchitekten. Zudem wurden die Bewerbungsunterlagen für die Gartenschau erstellt. In diesen Bewerbungsunterlagen ging es noch nicht darum „wie und was dann genau wo realisiert werden kann und soll“ (Lohrer). Diese Detailplanungen erfolgen im Rahmen des Architektenwettbewerbs.

Im Zuge des Bewerbungsverfahrens zur Ausrichtung der Gartenschau „Natur in der Stadt“ im Jahre 2022 besuchte am Donnerstag, dem 16. Februar ein 19-köpfiges Gremium die Bewerberstadt Freyung. Das Gremium verschaffte sich einen Eindruck über das eingereichte Konzept sowie über die für die Gartenschau vorgesehenen Flächen.

Bei Ankunft des Gremiums säumten Vertreter von Schulen, Vereinen, Anwohnern und Freyunger Bürgern den Straßenrand der Geyersberger Straße. Mit selber gebastelten Plakaten und Fähnchen gewappnet bekundeten sie eindrucksvoll, wie sehr sie sich wünschen, dass Freyung die Gartenschau im Jahr 2022 ausrichten darf. Dr. Olaf Heinrich, der Bürgermeister der Stadt Freyung, begrüßte vor der Bergglashütte das Gremium, bestehend aus Mitgliedern des Fachbeirats der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH, der sich aus Landschaftsarchitekten, Vertretern des Umweltministeriums, des Landwirtschafsministeriums und der Obersten Baubehörde sowie Vertretern des Erwerbs- und Freizeitgartenbaus und der Umweltverbände zusammensetzt.

Im Anschluss an die Begrüßung stellte der Landschaftsarchitekt Axel Lohrer in der Bergglashütte die wichtigsten Punkte des von ihm gemeinsam mit der Stadt erstellten Bewerbungskonzeptes vor. Nach der Vorstellung erfolgte eine vom Bürgermeister angeführte Besichtigungstour des für die Gartenschau vorgesehenen Geländes auf dem Geyersberg. Neben Erläuterungen durch den Landschaftsarchitekten warteten bei der Begehung einige Überraschungen auf die Jury. Am „Bellevue Süd“ begrüßten die Kinder des Waldkindergartens das Gremium mit einem Lied. In der ehemaligen Klinik Wolfstein erläuterten Schüler mit Hilfe ihres selbsterstellten 3D-Modells ihre Vision rund um den Geyersberg. An der Erarbeitung der Visionen hatten Schüler von Mittelschule, Realschule, Gymnasium und BFZ mitgewirkt. Zudem überreichte die Familie Weinfurtner der Delegation ein graviertes Glasgeschenk.

Während die Verwaltungsspitze und der Landschaftsarchitekt die Jury über das potentielle Gartenschaugelände am Geyersberg führten, trafen immer mehr Freyunger am Stadtplatz ein. Am Ende der Begehung empfingen sie die Jury mit dem Lied „Mia san Gartenschau. Bevor die Jury zum Konkurrenten Bad Reichenhall aufbrach, wurden sie noch von Vertretern der Wolfsteiner Werkstätten beschenkt – die Jury erhielt selbst hergestellte „Hui – Maschinen“.

Eine Überraschung zum Abschluss hatte die Stadt Freyung dann auch noch parat: Als das Gremium die Stadt Freyung auf der Passauer Straße verließ, wurden sie durch folgenden Gruß in Form von brennenden Fackeln verabschiedet: Y 2022.

Mit diesem Programm konnte die Stadt Freyung das Beratergremium offensichtlich begeistern. „Ich bin jetzt seit 25 Jahren dabei, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ und „Auf diese Stadt und diese Bürger können Sei wirklich stolz sein“, waren Sätze der Kommissionsmitglieder.

Am 03. März gab dann Staatsministerin Ulrike Scharf gemeinsam mit StM. Helmut Brunner bekannt, dass Freyung den Zuschlag für die Gartenschau „Natur in der Stadt 2022“ erhält.

Am 04. März feierten 600 aus Freyung und Umgebung auf dem Rathausplatz den Zuschlag für die kleine Gartenschau „Natur in der Stadt 2022“. Bei FreYbier, Leberkas, Brezen und Musik wurde auf den gemeinschaftlich erreichten Erfolg angestoßen.

Hintergrundinfos

Träger der Veranstaltung ist die jeweilige Stadt. Veranstalter sind die jeweilige Stadt und die Bayerische Landesgartenschau GmbH gemeinsam. Alle wesentlichen Entscheidungen hinsichtlich der Gesamtplanung, des Gesamtprogramms sowie der Einzelplanungen und des Finanzierungsplans trifft ein Aufsichtsrat. Dieser setzt sich aus Vertretern der Veranstalter und des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zusammen. Der Aufsichtsrat kann im Bedarfsfall erweitert werden.

In den nächsten Monaten und Jahren gilt es dann mit allen Beteiligten und Betroffenen einen offenen Dialog zu führen und ein nachhaltiges Konzept „Bayerische Landesgartenschau Freyung 2022“ zu kreieren und auch umzusetzen.

Du bist Gartenschau!

Damit die „Bayerische Landesgartenschau Freyung 2022“ richtig gut wird, freuen wir uns bereits jetzt in der Konzeptionsphase über Ihre Anregungen, Fragen und Wünsche.

Kontakt: gartenschau@freyung.de

„Wir wollen möglichst viele Bürger, Anlieger, Verbände und Geschäftsleute mit ins Boot holen um ein Konzept zu erstellen, das die Gartenschau 2022 zu einem Gewinn für Freyung, den Landkreis FRG und uns alle, die wir hier leben, macht“, betont Bürgermeister Heinrich.

Realisierungs- und Ideenwettbewerb

Das Verfahren wurde als offener, einstufiger städtebaulicher, freiraumplanerischer und hochbauplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Kernbereichs des „Höhenparks Geyerberg“ ausgelobt. Gegenstand des Wettbewerbs war die Neuordnung des Geyersbergs. Der freiraumplanerische Realisierungsteil des Wettbewerbs umfasste die Planung der Daueranlagen der Gartenschau, sowie die damit verbundenen ergänzenden freiräumlichen Aufwertungen im angrenzenden städtebaulichen Umfeld. Der neue Höhenpark soll in einem ersten größeren Bauabschnitt (Realisierungsteil) auf derzeit bereits gesicherten Grundstücken bis zur Gartenschau entwickelt werden. Von den Wettbewerbsteilnehmern wurden unter anderem ein langfristig gestalterisches Gesamtkonzept für den zukünftigen Höhenpark, eine Darstellung des Realisierungsteiles des Höhenparks als hochbaulicher-freiraumplanerischer Entwurf, eine Erläuterung der gestalterischen Haltung des Freiraumes, eine Darstellung des oder der Parkierungsanlagen und das Aufzeigen einer Leitidee für die Ausstellung erwartet. Im Ideenteil sollte die zukünftige Entwicklung des gesamten Areals aufgezeigt werden.

Ausloberin des Wettbewerbs:
Stadt Freyung vertreten durch den 1. Bürgermeister Herrn Dr. Olaf Heinrich

Wettbewerbsbetreuung:
lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH

Wettbewerbsteilnehmer:
Teilnahmeberechtigt waren in den EWR-/WTO-/GPA-Staaten ansässige natürliche Personen, die gemäß Rechtsvorschrift ihres Heimatstaates zur Führung der Berufsbezeichnung Architekt, Landschaftsarchitekt befugt sind.

Wettbewerbsumgriff:
Das Gesamtgelände (Realisierungs- und Ideenteil) hat eine Fläche von ca. 30 ha. Dabei entfallen gut 9 ha auf Grundstücke Dritter und unveränderliche Waldflächen. Die übrig gebliebenen 21 ha Bearbeitungsgebiet unterteilen sich in den Realisierungsteil mit 13,5 ha und den Ideenteil mit 7,5 ha.


Am 20. November tagte das Preisgericht des städtebaulichen-freiraumplanerischen und hochbaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs zur Bayerischen Landesgartenschau Freyung 2022. Unter Leitung des Preisgerichtsvorsitzenden Till Rehwaldt (Rehwaldt Landschaftsarchitekten) wurden zwei Preise und zwei Anerkennungen vergeben. Die Entwürfe von plancontext gmbh landschaftsarchitekten mit Architekturbüro GATE Gussmann Atelier und die Entwürfe von geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH mit Kolb Ripke Architekten Planungsgesellschaft mbH wurden mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Im Anschluss an das Preisgericht und die Ausstellung der Arbeiten im Kurhaus Freyung wurden die zwei Preisträger gebeten, „ihre eingereichten Beiträge im Rahmen des ohnehin erforderlichen Vergabeverfahrens zu überarbeiten. Über die Kritikpunkte wurden die Büros in einer Informationsrunde detailliert unterrichtet.“, so Till Rehwaldt. Diese Information fand Anfang Dezember in München statt.

VgV-Verfahren

Am 31. Januar 2018 trat erneut ein Gremium bestehend aus Mitgliedern des Preisgerichts, der Stadt Freyung, des Sachgebiets Städtebauförderung an der Regierung von Niederbayern und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH zusammen. Im Rahmen dieses Termins stellten die beiden Preisträger ihre überarbeiteten Entwürfe, ihre Bürostruktur, die vorgesehene Bearbeitungsweise und ihr Honorarangebot vor.

Laut Architekt Jakob Oberpriller, dem Betreuer des VgV-Verfahren, wurden die Bewerber „im Hinblick auf die geplante Durchführung des Vorhabens bewertet. Zentrale Gesichtspunkte [waren] dabei die Herangehensweise an das Projekt und vor allem die Qualitätssicherung, auch in Bezug auf Kosten- und Terminsicherheit.“

Im Anschluss an die Verhandlung erhielten die Büros die Möglichkeit, ihr Angebot hinsichtlich der finanziellen und organisatorischen Gesichtspunkte zu überarbeiten. Die Änderungen wurden von oberprillerarchitekten geprüft und mit der Ausloberin und dem Verhandlungsgremium besprochen. Der Vergabevorschlag wurde entsprechend formuliert.

Im Februar wurden die beiden Teilnehmer des VgV-Verfahrens über das Ergebnis informiert. Eine Einspruchsfrist von 15 Kalendertagen galt es abzuwarten.

„Die Überarbeitung hat nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Konzepte geführt, sondern auch zu einem einstimmigen Votum: Die Entscheidung, die Planer plancontext gmbh landschaftsarchitektur mit dem Architekturbüro GATE Gussmann Atelier, beide Büros aus Berlin, zu beauftragen, war nach den Vorstellungen völlig unumstritten. Die Sensibilität der Konzeption der Sieger für die besonderen Werte des Geyersbergs hat mich beeindruckt und begeistert. Auf dieser Basis kann nun mit der Konkretisierung der Planung begonnen werden“, so Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. Die Einbindung der privaten Nachbarn, wie der Firma Weinfurtner und der Wohneigentümergemeinschaften auf dem Geyersberg, bleibe ganz oben auf der Agenda.

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