September 2026 - Stadt Freyung

Nahwärme für Ahornöd: Regional, erneuerbar, zukunftssicher

Von der Planung bis zum Bau sind Unternehmen aus dem Bayerischen Wald beteiligt – Wärme kommt aus regionalen erneuerbaren Energien

Ein weiterer Schritt für die Nahwärmeversorgung der Zukunft ist getan: Mit dem Spatenstich ist der Bau des ersten Teilnetzes Ahornöd gestartet. Die Fundamente für die Heizzentrale sind bereits fertiggestellt, nun beginnen die Hochbauarbeiten. Anfang Oktober werden vier großflächige, vorgefertigte Module angeliefert und vor Ort zur Heizzentrale zusammengesetzt. Parallel dazu werden die ersten Leitungen verlegt und Häuser angeschlossen. Bis zu 60 Hausanschlüsse sind im Bereich Ahornöd möglich. Der Probebetrieb und die Versorgung der angeschlossenen Gebäude sind ab November 2026 vorgesehen. Der weitere Netzausbau in Richtung Winterbergerstraße soll im 2. Bauabschnitt bis Mitte 2027 folgen. Wer sich für einen eigenen Hausanschluss interessiert, kann sich mit Michale Pradl und Korbinian Gibis von der Stadt Freyung Service GmbH in Verbindung setzen. Meldungen bis Ende September können noch im ersten Bauanschnitt, spätere im 2. Bauabschnitt zusammen mit den Hausanschlüssen in der Winterbergerstraße berücksichtigt werden.

Energie aus der Region – Wertschöpfung bleibt vor Ort

Das Projekt Ahornöd setzt nicht nur bei der Wärmeversorgung auf regionale Lösungen. Auch Planung und Umsetzung liegen vollständig in den Händen von Unternehmen aus dem Bayerischen Wald. Die verschiedenen Gewerke wurden ausgeschrieben und an regionale Partner vergeben. „Wir haben von Anfang an darauf geachtet, dass aus der Idee eines Nahwärmenetzes auch ein regionaler Wirtschaftskreislauf entsteht“, sagt Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. „Die Stadt investiert damit nicht nur in eine sichere und nachhaltige Wärmeversorgung, sondern stärkt gleichzeitig die Unternehmen und Arbeitsplätze in unserer Region. Dass Planung und Umsetzung Hand in Hand mit unseren regionalen Partnern funktionieren, ist ein großer Gewinn.“ Die Grundlage für ein weiteres Nahwärmenetz wurde bereits 2023 gelegt. Untersucht wurde, wo eine weitere dezentrale Nahwärmeversorgung wirtschaftlich und technisch sinnvoll umgesetzt werden kann. Im Rahmen von Machbarkeitsstudien wurden zunächst die Ortsteile Ahornöd, Königsfeld und Kreuzberg betrachtet. „In Ahornöd zeigte sich das größte Potenzial und zugleich ein besonderer Vorteil. Die Nähe zu den Bauhöfen der Stadt und des Landkreises ermöglicht eine wirtschaftliche und technisch sinnvolle Umsetzung“, erläutert der Projektentwickler und Planer Kurt Schiewietz von IVE Ingenieure. Dass Firmen aus dem Bayerischen Wald am Bau des Nahwärmenetztes Ahornöd beteiligt sind, ist für ihn ein großes Plus: „Nur durch diese verlässlichen Partner ist der straffe Zeitplan einzuhalten.“

Moderne Technik verbindet Biomasse und Sonnenenergie

Das Nahwärmenetz Ahornöd setzt auf einen Mix erneuerbarer Energiequellen. In der Heizzentrale entsteht ein Biomassekessel mit 660 Kilowatt Leistung. Als Brennstoff kommt Holz aus der Region zum Einsatz – insbesondere Hackschnitzel aus Rückständen beziehungsweise Restholz aus holzverarbeitenden Betrieben. Ergänzt wird die Anlage mit einer PV-gestützten Wärmepumpe mit 150 Kilowatt Leistung. Sie wird mit der Photovoltaikanlage des Bauhofs gekoppelt. Vor allem in den Sommermonaten soll die Wärmepumpe die angeschlossenen Gebäude mit Wärme versorgen. Die Kesselanlage entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Ein Elektrofilter reduziert die Feinstaubemissionen um 95%. Nach den Projektberechnungen werden im Endausbau rund 43.000 Gramm Feinstaub pro Jahr eingespart und rund 680 Tonnen CO₂ vermieden werden.

Freyung baut seine Nahwärmeversorgung weiter aus

Nahwärme ist in Freyung kein neues Thema. Bereits seit Dezember 2013 ist das Nahwärmewerk an der Zuppinger Straße in Betrieb. Dort wird an 365 Tagen im Jahr Wärme aus Biomasse erzeugt und über das Leitungsnetz zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Aktuell werden in Freyung bereits rund 120 Gebäude mit Nahwärme versorgt. Mit dem Teilnetz Ahornöd wird dieses Angebot gezielt erweitert. Für die Anschlussnehmer bedeutet der Wechsel auf Nahwärme Komfort: Die eigene Heizungsanlage muss nicht mehr mit Brennstoff versorgt werden, Lagerung und Beschaffung von Energieträgern sowie die Abhängigkeit von internationalen Energiemärkten entfallen. Auch wirtschaftlich bleibt ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung vor Ort: von der Planung über den Bau bis hin zur Nutzung regionaler Energieträger.

2,7 Millionen Euro Investition

Die Investitionskosten für das Teilnetz Ahornöd belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Das Projekt wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) mit einem Zuschuss von 40 Prozent unterstützt. Auch für private Anschlussnehmer bestehen Fördermöglichkeiten durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) - je nach Einkommen können 30 – 70 % für die Hausanschlusskosten beantragt werden. „Wer darüber nachdenkt, sein Gebäude an das Nahwärmenetz anzuschließen, sollte die derzeit bestehenden Fördermöglichkeiten nutzen“, empfiehlt Kurt Schiewietz.

Bauablauf und Verkehr

Der Bauablauf läuft in drei parallelen Strängen: Mit den Hausanschlüssen im Bereich des Bauhofs Freyung wurde bereits begonnen, Anfang Oktober wird das Kesselhaus beim Bauhof aus vorgefertigten Großmodulen errichtet und der Netzausbau im Kranewitweg in Richtung Nordwaldstraße und Winterbergerstraße fortgeführt. Ab November 2026 startet der Probebetrieb. Der Netzausbau in der Winterbergerstraße folgt ab März 2027. Für die Anwohnerinnen und Anwohner hat das Stadtbauamt die Verkehrsführung sorgfältig geplant: Die Arbeiten erfolgen in vier Abschnitten, die Zufahrten werden abends mit Stahlplatten abgedeckt, Behelfsstraßen und ausgewiesene Parkplätze sichern die Erreichbarkeit. Rettungswege sind in enger Abstimmung mit der Polizei jederzeit gewährleistet. Mit dem Spatenstich beginnt damit nicht nur der Bau einer neuen Heizzentrale und eines weiteren Leitungsnetzes. Ahornöd steht zugleich für einen Ansatz, bei dem erneuerbare Energie, moderne Technik und regionale Wertschöpfung zusammengedacht werden. Wärme aus der Region für die Region – umgesetzt von Partnern aus dem Bayerischen Wald.

Bildtext: Mit einem Spatenstich von Michael Pradl, Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich und Korbinian Gibis (v.li.) wurde der Ausbau der Nahwärme im Bereich Ahornöd im Beisein der beteiligten Firmen symbolisch eingeläutet.

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Erfahrung, Verlässlichkeit und Freude an der Arbeit: Stadt Freyung würdigt langjährige Mitarbeiterin des Standesamts

Auf 40 Jahre im Dienst der Stadt Freyung kann Andrea Fuchs zurück blicken.

Anlässlich ihres besonderen Dienstjubiläums wurde die langjährige Mitarbeiterin im Rahmen einer kleinen Feierstunde geehrt. Bis auf zwei Jahre zu Beginn ihres Berufslebens hat sie ihre gesamte berufliche Laufbahn bei der Stadt Freyung verbracht und dabei die Entwicklung der Stadtverwaltung über vier Jahrzehnte hinweg miterlebt und mitgestaltet. Ihre berufliche Laufbahn bei der Stadt Freyung begann Andrea Fuchs zunächst als Schreibkraft. Bereits kurze Zeit später absolvierte sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Nach einigen Zwischenstationen innerhalb der Stadtverwaltung führte ihr Weg schließlich zum Standesamt, dem sie bis heute verbunden geblieben ist. Im Jahr 1992 absolvierte sie die entsprechenden Fortbildungen und wurde zur Standesbeamtin bestellt. Von 1995 bis 2021 war Andrea Fuchsals Leiterin des Standesamtes tätig und begleitete hierbei u.a. die Übernahme mehrerer umliegender Standesamtsbezirke in die Zuständigkeit des Standesamtes Freyung. Nach mehr als 25 Jahren an der Spitze des Amtes übergab sie den Staffelstab gerne an einen jüngeren Kollegen. Dem Standesamt ist sie jedoch bis heute als unverzichtbarer Teil des Teams erhalten geblieben. Darüber hinaus ist sie für die Friedhofsverwaltung zuständig.

Wenn Andrea Fuchs auf ihre vier Jahrzehnte bei der Stadt zurückblickt, wird deutlich, wie sehr sich die tägliche Arbeit in dieser Zeit verändert hat. Ihre beruflichen Anfänge waren noch von Schreibmaschinen und umfangreicher Schreibarbeit geprägt. Im alten Rathaus gehörte auch die Telefonvermittlung über lediglich drei vorhandene Leitungen zu ihren Aufgaben. Später hielt die EDV Einzug in die Stadtverwaltung und veränderte die Arbeitsabläufe grundlegend. Heute sind digitale Verfahren selbstverständlich und auch Anwendungen der Künstlichen Intelligenz halten zunehmend Einzug in den Verwaltungsalltag. Auch die Arbeit im Standesamt hat sich in dieser Zeit deutlich gewandelt. Insbesondere die Anforderungen und die Komplexität des Personenstandsrechts haben erheblich zugenommen. „Früher war es noch die Regel, dass zwei zuvor unverheiratete Freyunger geheiratet haben. Heute haben wir viel häufiger aufwendig zu bearbeitende Fälle, bei denen beispielsweise Rücksprachen mit ausländischen Behörden und umfangreiche Dokumentbeschaffungen notwendig sind“, blickt Andrea Fuchs auf die Veränderungen in ihrem Arbeitsbereich zurück. Trotz aller Veränderungen habe es ihr stets Freude bereitet, bei der Stadtverwaltung zu arbeiten. Besonders wichtig sei dabei auch das gute Miteinander gewesen. „Gerade auf die Kolleginnen und Kollegen war und ist stets Verlass“, so Andrea Fuchs.

Erster Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich gratulierte Andrea Fuchsherzlich zu ihrem außergewöhnlichen Dienstjubiläum und würdigte insbesondere ihre langjährige Erfahrung und ihre umfassenden Fachkenntnisse. Der über Jahrzehnte gewachsene Erfahrungsschatz und die Kenntnisse, die sich eine Mitarbeiterin wie Andrea Fuchs im Laufe ihres Berufslebens aneigne, seien „unbezahlbar“. Gerade im Standesamt, wo neben der fachlichen Kompetenz auch Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Verlässlichkeit gefragt seien, sei dieses Wissen von besonderem Wert. Der Erste Bürgermeister verband seine Glückwünsche mit dem Wunsch, noch viele weitere gemeinsame Jahre im Rathaus Freyung verbringen zu können. Den Glückwünschen schlossen sich der Geschäftsleiter Michael Pradl, der Standesamtsleiter Sebastian Gibis sowie der Personalratsvorsitzende Johannes Kerschbaum gerne an. Bei der feierlichen Überreichung der Dankesurkunde und eines kleinen Geschenks betonten sie die stets vertrauensvolle, kollegiale und gute Zusammenarbeit.
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