KARL kauft von der Stadt Freyung die GESA-Klinik - Stadt Freyung

Die zur KARL-Gruppe gehörende KARL-Bau GmbH hat die ehemalige GESA-Klinik gekauft, um die Gartenschau zu retten – Stadt hätte 8,2 Millionen Euro Abrisskosten nicht schultern können.

Freyung. Der gordische Knoten ist gelöst, ein Riesenproblem aus dem Weg geschafft: Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich hat eine Lösung für den Abriss der GESA-Klinik auf dem Geyersberg gefunden und somit sichergestellt, dass die Gartenschau im Jahr 2022 ohne Probleme in Freyung stattfinden kann. Das Gebäude hätte der Stadt laut Gutachten Abriss- und Entsorgungskosten von rund 8,2 Millionen Euro zuzüglich Planungskosten verursacht. „Unmöglich zu schultern für den Haushalt unserer Stadt“, erklärt Heinrich. Deshalb ist das Areal mit der Klinik nun für einen symbolischen Preis an Unternehmer Günther Karl veräußert worden. Der hat vertraglich zugesichert, das Gebäude binnen eines Jahres mit Hilfe von Großgeräten bis zu 132 to und großem Personaleinsatz abzubrechen und will der Stadt anschließend das Gelände für die Gartenschau zur Verfügung stellen.

Im Jahr 2015 erwarb die Stadt Freyung das insgesamt 4,2 Hektar große Grundstück mit dem riesigen Gebäude mit rund 50.000 Quadratmetern Geschossfläche, welches in massiver Betonbauweise errichtet ist, nachdem es mehr als ein Jahrzehnt leer gestanden war. Zunächst wurde die ehemalige GESA-Klinik bis Jahresende 2017 als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge genutzt, die von der Stadt selber betrieben wurde. Die Stadt hat seit 2015 intensiv versucht, einen Investor für das Gebäude zu finden. Trotz der Beauftragung international tätiger Maklerbüros und Hotelentwickler hat sich kein Unternehmer gefunden, der in das schadstoffbelastete Gebäude investieren wollte. „Wir haben bei jeder Ortsbegehung Begeisterung für das Grundstück sowie den Fernblick und deutliche Ablehnung gegenüber dem Bestandgebäude erfahren“, erläutert der Freyunger Bürgermeister.

Daraufhin habe die Stadtverwaltung ein Gutachten für die Schadstoffsanierung und den Rückbau der Immobilie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war eine echte Schreckensnachricht für die Stadt Freyung: Das Gutachten des Büros Dr. Pedall, welches auch den Ausbau von PCB, Asbest und anderen Schadstoffen berücksichtigt, hat ergeben, dass der Abriss rund 8,2 Millionen Euro kosten würden. Dazu kämen Planungskosten von mehreren hunderttausend Euro. Für Freyung nicht zu stemmen. Sogar die Bayerische Landesgartenschau 2022, die unter anderem auf diesem Grundstück angelegt werden soll, wäre ohne schnelle Lösung in Gefahr gewesen. „Wir hätten die Mittel nicht aufbringen können“, erklärt Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. „Deshalb habe ich mich hilfesuchend an Günther Karl gewendet.“

Dieser zögerte nicht lange und machte der Stadt ein Angebot. Für den symbolischen Preis von einem Euro bot er an die Klinik zu kaufen und auf eigene Kosten binnen eines Jahres unter Hochdruck abzureißen. Danach kann die Stadt das Gelände für die Gartenschau bis Ende des Jahres 2023 nutzen. „Damit ist uns enorm geholfen. Günther Karl ist bekannt dafür, ungewöhnliche Wege zu gehen und viel für seine Heimatregion zu tun“, freut sich der Bürgermeister.

Ein Jahr ist für die Entkernung und den Abriss veranschlagt, was nur mit großem Einsatz und Engagement gehalten werden kann. Unter Fachleuten herrschen unterschiedliche Meinungen, ob dieser äußerst sportliche Zeitplan eingehalten werden kann, da aufgrund der vorhandenen Schadstoffe beim Rückbau immer auch Unvorhergesehenes eintreten kann. Dies wäre ein Risiko für die rechtzeitige Fertigstellung des Rückbaus und auch die Landesgartenschau wäre somit in Gefahr, ist die Auffassung einiger Experten. „Ich bin mir sicher, dass ich mich auf das Wort von Günther Karl verlassen kann. Er hat mir versichert, dass er schon mehrere Projekte dieser Größenordnung innerhalb eines Jahres abgebrochen habe und das Gelände der Stadt rechtzeitig zur Verfügung gestellt wird“, betont Heinrich.

Angesprochen auf seine Hilfe, erklärt Unternehmer Günther Karl: „Als gebürtiger Innernzeller liegt mir der Bayerische Wald sehr am Herzen. Mir ist es wichtig, dass die Landesgartenschau 2022 ein großer Erfolg wird. Sie soll Strahlkraft über Niederbayern hinaus entwickeln und die Region weiter nach vorne bringen. Daher trage ich gerne dazu bei, dass sie stattfinden kann.“

Heinrich ist begeistert von diesem Engagement: „Wir freuen uns sehr über diese pragmatische Lösung. Zum wiederholten Mal zeigt sich der Innernzeller Unternehmer als pragmatischer Problemlöser“. Im Jahre 2010 hatte Günther Karl der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) den Abriss und die Bodenentsorgung geschenkt, die zur Erweiterung der THD notwendig waren. Die prognostizierten Kosten lagen seinerzeit bei 1,4 Millionen. Durch sein beherztes Eingreifen wurde damals die Erweiterung der Hochschule, die seit 2009 auch eine Außenstelle in der Kreisstadt Freyung unterhält, ohne Zeitverzögerung ermöglicht. Ebenso erwarb und sanierte er 2013 das Eisstadion Deggendorf ohne Eigennutz und um die Hälfte der geschätzten Kosten.