In sechs Wochen soll die Heizzentrale heizfähig sein
Auf der Baustelle für die Erweiterung des Nahwärmenetzes in Ahornöd geht es voran: Vier jeweils rund 35 Tonnen schwere Module wurden per Tieflader angeliefert und mit einem Kran auf die bereits fertiggestellten Fundamente am Bauhof gesetzt. Innerhalb von Stunden wurde aus vier einzelnen Bauteilen die Hülle der neuen Heizzentrale.
Schnell und wirtschaftlich gebaut
Jetzt geht es an den Innenausbau. Noch rund sechs Wochen und dann soll die Heizzentrale erstmals Wärme liefern. Die Stadt setzt bei der Heizzentrale bewusst auf Modulbauweise. Die einzelnen Bauteile werden bereits weitgehend vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengesetzt. Das spart Zeit bei der Errichtung und macht die Umsetzung zugleich kostengünstiger als ein vollständig vor Ort errichteter Bau. Während die Module ihren Platz gefunden haben, wächst auch das Nahwärmenetz weiter. Rund 1.900 Meter Leitungen werden im ersten Teilnetz Ahornöd verlegt. Im ersten Bauabschnitt werden 17 Haushalte angeschlossen, insgesamt können künftig bis zu 60 Gebäude mit Nahwärme versorgt werden.Die ersten Anschlussnehmer im Bereich Kranewietweg und Nordwaldstraße sollen voraussichtlich ab Dezember 2026 Wärme erhalten. In der Winterbergerstraße ist die Versorgung bis Mitte 2027 vorgesehen.
Wärme aus Holz und Sonne
Die neue Heizzentrale kombiniert einen Biomassekessel mit 660 Kilowatt Leistung und eine 150-Kilowatt-Wärmepumpe. Zum Einsatz kommen Holzhackschnitzel aus regionalen Quellen, insbesondere Restholz aus holzverarbeitenden Betrieben. Unterstützt wird die Anlage durch die Photovoltaikanlage des Bauhofs. Ein 36.000-Liter-Pufferspeicher sorgt für einen effizienten Betrieb. Für den Endausbau werden jährlich rund 680 Tonnen CO₂-Einsparung prognostiziert. Ein Elektrofilter reduziert die Feinstaubemissionen der Anlage um rund 95 Prozent.
Regional gebaut, regional versorgt
Nicht nur die Energie kommt aus der Region: Auch bei der Umsetzung setzt die Stadt auf den Bayerischen Wald. Von der Planung bis zur Ausführung sind Fachunternehmen aus der Region beteiligt. „Wir investieren damit in eine sichere und nachhaltige Wärmeversorgung und halten gleichzeitig einen großen Teil der Wertschöpfung in der Region“, so Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. Nahwärme hat in Freyung bereits Tradition. Das Nahwärmewerk an der Zuppinger Straße ist seit Dezember 2013 in Betrieb und versorgt inzwischen rund 120 Abnehmer mit Wärme aus Biomasse. Mit Ahornöd wird dieses Netz nun weiter ausgebaut.
Anschluss noch möglich
Rund 2,7 Millionen Euro werden in den ersten Bauabschnitt des Teilnetzes Ahornöd investiert. Das Projekt wird über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) mit 40 Prozent gefördert. Für private Hauseigentümer wird der eigene Nahwärmeanschluss über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gefördert und wird als Investitionszuschuss über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) abgewickelt.
Wer sich noch für einen Anschluss im Bereich des neuen Teilnetzes interessiert, kann sich informieren bei:
Michael Pradl: pradl@freyung.de | 08551/588-120
Korbinian Gibis: gibis@freyung.de | 08551/588-147
Bildtext: 35 Tonnen am Haken: Mit einem Kran wurden die vier vorgefertigten Module der neuen Heizzentrale auf die Fundamente am Bauhof gesetzt. Fotos: Stadt Freyung





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